Papierrecycling

Die Papierindustrie setzte Anfang der 90er noch nur knapp 50 % Altpapier ein, im Jahr 2017 waren es schon 75 Prozent. Durch die Steigerung konnte der Holz-, Wasser- und Energieverbrauch pro hergestellter Tonne Papier massiv gesenkt werde. Leider ist der Papierverbrauch trotz fortschreitender Digitalisierung so stark gestiegen, dass effektiv kaum ein Vorteil erzielt wurde.
Zusätzlich gefährden immer mehr Verunreinigungen aus Druckfarben, Kleber und anderen Chemikalien inzwischen das Altpapierrecycling, da die Zusatzstoffe mehrere Recyclingzyklen durch, laufen ohne sich jedoch aus den Papierfasern zu lösen.

Um weiterhin Umweltverträglich Papier zu recyceln und Beimischungen von neuen Fasern möglichst zu reduzieren, sollten Papierverpackungen vor der Entsorgung in der blauen Tonne sauber getrennt werden. Das ist auch deshalb sinnvoll, da Recyclingpapier u.A. als Klopapier in unserem Wasserkreislauf enden kann.

Plastik-Papier kombinationen

Viele fragen bei der richtigen Trennung werfen Plastik-Papierkombinationen auf, wie man sie zum Beispiel häufig bei Bäckertüten von Discountern oder Briefumschläge mit Plastikfenster vorfindet.
Diese sind im Altpapier falsch aufgehoben. Grundsätzlich darf man zwar Briefumschläge oder Bäckertüten mit Kunststoff auch im Altpapier entsorgen, aber je mehr der einzelnen Materialien getrennt werden, desto besser können die Rohstoffe recycelt werden. Denn das große Ziel ist es, einen sog. Monostoffstrom zu erreichen, wodurch qualitativ hochwertigere Recyclingstoffe produziert werden können.
Etwas einfacher kann man es sich machen, indem man Umschläge ohne Fenster nutzt oder solche mit Fenster aus Bio-Kunststoff verwendet.

Kassenzettel und anderes Thermopapier

Kassenbons bestehen zwar Papier, sollten aber trotzdem nicht im Altpapier entsorgt werden, da sie in der Regel auf Thermopapier gedruckt werden, welches mit der Chemikalie Bisphenol A beschichtet ist.

Landet das Bisphenol-haltige Papier im Altpapier, kann der Stoff über Recyclingprozesse in die Umwelt gelangen. Bisphenol A ist hormonell wirksam und kann zu Fruchtbarkeitsproblemen führen. Studien belegen, dass der Stoff auch bei Fischen und Amphibien Fortpflanzung und Entwicklung schädigt. Besonderer Belastung sind zum Beispiel Einzelhändler ausgesetzt, die täglich mit Kassenzetteln in Berührung kommen. Wer sich und seine Mitarbeiter schützen möchte, sollte auf Bisphenol-A-freie Thermorollen umsteigen.

Ab 2020 werden die Probleme aber der Vergangenheit angehören, denn dann soll die Beschichtung mit Bisphenol-A EU-Weit verboten werden, um die menschliche Gesundheit zu schützen.

Pizzakartons

Pizzakartons gehören nicht ins Altpapier. Das Problem beim Recyceln von Pizzakartons sind Speisereste wie Käse, Fett und Öl die von der Pappe aufgesaugt werden. Altpapierrecycling wird sehr stark von Ölen in den Fasern beeinträchtigt, da zum Aufweichen der Papierfasern zu einem Papierbrei vor allem Wasser verwendet wird. Wasser und Öl mischen sich aber bekanntlich nicht und das Öl schwimmt zusammen mit den Papierfasern an der Oberfläche. Im Prozess verursacht Öl oft Flecken, welche die Papierqualität der gesamten Charge reduzieren oder gar unbrauchbar machen kann.

Zum Mitnehmen: Was gehört ins Papierrecycling

Darf in die blaue Tonne ✅Gehört nicht in die blaue Tonne ❌
Briefe
Briefumschläge ohne Sichtfenster
Eierkartons
Hefte und Bücher
Hochglanzpapier
Kartons
Kataloge und Werbeprospekte
Magazine und Zeitschriften
Papiertüten und Papiertragetaschen
Packpapier
Druckerpapier
Schreib-, Computer- und Briefpapier
Verpackungen aus Pappe
Wellpappe
Zeitungen
Aufkleber und Etiketten
beschichtete Papiere
Butterbrotpapier
Durchschlag- und Kohlepapier
Fotos
Getränkekartons
Hygienepapier wie Taschentücher oder Küchenkrepp
nassfest imprägnierte oder geleimte Papiere und Pappen
Papierkarten mit Magnetstreifen
Servietten
Tapeten (auch nicht benutzte Rollen)
Verbundstoffe
verschmutzte Verpackungen
Wachspapier

Tipp:

Erfahre hier mehr über die richtige Entsorgung von Kunststoffen und wie man die Recyclingsymbole auf Plastikverpackungen richtig deutet.

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